Wir rechnen nach: So viel kostet ein E-Auto.
Ist ein E-Auto finanziell für mich drin und kann ich´s mir dauerhaft leisten? Check hier deine Fördermöglichkeiten, Versicherungen, Wartungs
Ein Elektroauto hat zum Glück superniedrige Betriebskosten, verursacht aber auch die eine oder andere Ausgabe. Doch wie viel genau? Vor allem, welche Kosten sind eigentlich gemeint? Und ist ein E-Auto unterm Strich günstiger oder teurer als ein Benziner oder Diesel? Wir geben dir einen Überblick darüber, mit welchen Kosten du kalkulieren musst und wo du sparen kannst.
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Das erwartet dich hier:
Was kostet ein neues Elektroauto?
Werfen wir einen Blick in die Vergangenheit, dann sehen wir vor allem eines, nämlich dass der Weg in die Elektromobilität extrem teuer war. Ein Elektroauto war ein Luxus, den sich nicht jede:r leisten konnte. Die gute Nachricht: In dieser Hinsicht hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Denn während der preisliche Unterschied zwischen einem Elektroauto und einem vergleichbaren Benziner oder Diesel früher zum Teil sehr hoch war, haben sich die Preise dank des wachsenden Angebotes mittlerweile angenähert.
Fest steht: Die Klasse bestimmt beim Kauf eines Elektroautos natürlich den Preis. Im Klartext unterscheidet sich ein luxuriöser Tesla mit einem Listenpreis von etwa 90.000 € von einem unbekannteren Elektro-Kleinwagen preislich um etwa 60.000 €. Die Frage „was kostet ein Elektroauto?“ ist daher nicht allgemeingültig zu beantworten. Dennoch gibt es gute Nachrichten, denn sowohl der Staat als auch die Automobilhersteller selbst fördern deinen Einstieg in die Elektromobilität - seit 2026 gibt es eine neue E-Auto Förderung!
E-Auto - Typklasse | Preis |
Klein- und Kleinstwagen (z. B. smart EQ fortwo) | ab 20.000 € |
Untere Mittelklasse (z. B. Nissan LEAF N-Connecta) | ab 35.000 € |
Mittelklasse (z. B. Hyundai IONIQ 6) | ab 40.000 € |
Obere Klasse (z. B. Tesla S) | ab 100.000 € |
Die neue E-Auto Förderung seit 2026.
Seit Januar 2026 gibt es eine neue staatliche E-Auto-Förderung. Egal ob Kauf oder Leasing eines neuen Fahrzeugs: Autos mit batterie-elektrischem Antrieb (BEV), bestimmte Plug-in-Hybride oder Flitzer mit Range-Extender sind dabei, wenn sie die CO₂-Ziele oder die Kriterien für elektrische Reichweite erfüllen. Die Prämie gibt es sogar rückwirkend für alle Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026. Wie viel Geld du bekommst, hängt von deinem Einkommen ab. Je weniger du verdienst und je mehr Kids bei dir wohnen, desto höher ist die Prämie. Bis zu 6.000 € sind für dich drin.

E-Auto laden: Das sind die Kosten.
Die Kosten für das Laden deines E-Autos hängen vom aktuellen Strompreis ab und sind deshalb variabel. Aber du hast mit deinem E-Auto deutlich geringere Tankkosten, als mit einem Benziner oder Diesel. Einen Überblick über die Energiekosten für verschiedene Kraftstoffarten gibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Good news: Dein Ladevorgang bietet Sparpotenzial – und manchmal kannst du sogar gratis tanken! Am günstigsten ist es übrigens, wenn du dein E-Auto mit Sonnenstrom lädst, den du mit einer eigenen Solaranlage ganz einfach selbst produzierst.

Tanken an der öffentlichen Ladestation.
Das Laden an öffentlichen Stationen ist meist teurer als das Laden an der Wallbox zuhause. Für die Stromkosten entscheidend sind Ladekarte oder App, Tarifmodell und die Lademethode, also Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC).
Wer an einer Gleichstrom-Ladesäule tankt, lädt sein Auto schneller und mit höherer Ladeleistung. Die Preise liegen etwa zwischen 50 und 80 Cent pro Kilowattstunde. An einer Wechselstrom-Ladesäule tankst du günstiger, dafür langsamer für circa 45 bis 60 Cent pro Kilowattstunde.

Mit Strom zuhause fährst du günstiger.
Am einfachsten und günstigsten ist das Aufladen deines E-Autos zuhause. Dafür kannst du spezielle Autostrom-Tarife abschließen, über die du dein Elektroauto ganz einfach zuhause an der Wallbox laden kannst. Hier kannst du genau nachvollziehen, was der Strom kostet.
Mit unter 30 Cent pro Kilowattstunde ist der Autostrom zuhause meist günstiger als der an der Stromtankstelle. Einen Autostrom-Tarif gibt es bei uns auch in grün - mit 100 % Ökostrom.

Geldwerter Vorteil: Auf der Arbeit laden.
Manche Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, ihr Elektroauto auf dem firmeneigenen Parkplatz kostenlos mit Strom zu versorgen. Wenn das bei dir der Fall ist, hast du doppelt Glück. Denn du brauchst diesen geldwerten Vorteil nicht versteuern. Damit fährst du kostenlos zur Arbeit. Diese Voraussetzungen gelten:
Der kostenfreie Strom wird zusätzlich zum Arbeitslohn zur Verfügung gestellt.
Bei deinem Auto handelt es sich um ein reines E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid.
E-Auto oder Benziner: Welcher tankt günstiger?
Nehmen wir als Beispiel einen BMW i3. Dieser verbraucht im Alltag etwa 15 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer. Angenommen, du lädst ihn bei Stromkosten zwischen 24 und 27 Cent pro Kilowattstunde zuhause auf, dann zahlst du 3,60 € bis 4,00 € für eine Ladung für 100 km Reichweite. Lädst du dein Auto für 50 Cent an der Stromtankstelle, kostet die Tankfüllung Strom 7,50 € für 100 km Reichweite.
Für einen Benziner, der durchschnittlich 6,5 Liter auf 100 km verbraucht, betragen die Tankkosten – bei einem Literpreis von 190 Cent – 12,60 €. Ein ziemlicher Unterschied! Kurz: Die Kosten für das Laden deines E-Autos liegen klar unter den Kraftstoffkosten, die bei Verbrennungsmotoren für die gleiche Strecke anfallen. Hier ergibt sich also etwas Spielraum, um die höheren Anschaffungskosten eines Elektrofahrzeugs wieder reinzuholen.
Das machen Haftpflicht und Versicherung aus.
Die Haftpflicht für ein Elektrofahrzeug berechnet sich wie bei Verbrennern basierend auf der Motorleistung, dem Fahrzeugtyp, dem Alter und der Schadenfreiheitsklasse, die du als Fahrer:in hast. Da die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht für Schäden am eigenen Fahrzeug aufkommt, spielt der Antrieb des versicherten Autos keine Rolle für die Versicherungskosten.
Etwas anders sieht es bei der Kasko-Versicherung aus, denn die meisten großen Versicherungen wie die Allianz oder die HUK-Coburg haben spezielle E-Auto-Tarife im Portfolio. Sie bieten nicht nur höhere Schadenssummen an, sondern sichern auch Schäden durch Kurzschluss, Überspannung oder Blitzeinschlag und die dazugehörigen Bauteile extra ab. Die Vollkasko-Versicherung versichert meist fest installierte Wallboxen und Ladekabel gleich mit.
Tipp: Informier dich, ob auch der Akku mitversichert ist, denn schließlich handelt es sich hierbei um eines der teuersten Bauteile deines E-Autos. Er ist aber zum Glück in den meisten Fällen im Kaskoschutz abgedeckt.
Im Schnitt sind die Beiträge für die Versicherung eines E-Autos günstiger als die für Autos mit Verbrenner, da E-Autos wegen weniger verursachten Schäden positiv in der Typklassen-Einstufung berücksichtigt werden.
Steuerfrei: keine Kfz-Steuer für Elektroautos.
Wusstest du? Bereits seit 2011 gilt eine 10-Jahres-Befreiung von der Kfz-Steuer für dein E-Auto. Diese wurde im Herbst 2025 verlängert. Allerdings ist diese Steuerbefreiung bis Dezember 2035 befristet und dein reines Elektrofahrzeug muss bis Ende 2030 angemeldet werden.
Die Steuerbefreiung gilt übrigens auch dann, wenn du dein Elektroauto gebraucht kaufst. In diesem Fall wirst du für den verbleibenden Zeitraum ab Erstzulassung bzw. bis Ende 2035 von der Kfz-Steuer befreit. Allerdings gilt diese Regelung nur für rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge. Hybride und Plug-in-Hybride sind von der Regelung ausgeschlossen.
Sind die zehn Jahre der Steuerbefreiung vorbei, wird ein Stromer dennoch ganz anders besteuert als ein Verbrenner. Dessen Steuersatz wird nach Hubraum und Emissionen ermittelt. Der Steuersatz für E-Autos liegt deshalb etwa 50 % unter dem üblichen Steuersatz.
Dein E-Auto-Steuersatz nach 2035.
Bei E-Autos bis 3,5 t wird die Steuer nach zulässigem Gesamtgewicht (zGG) erhoben. Abgerechnet wird dabei in 200-Kilo-Schritten. Es gilt: Der Steuersatz steigt, je schwerer das Auto ist:
Bis maximal 2.000 kg: 5,625 € pro angefangene 200 kg und Jahr
Bis maximal 3.000 kg: 6,01 € pro angefangene 200 kg und Jahr
Ab 3.000 kg: 6,39 € pro angefangene 200 kg und Jahr
Die Rechnung für einen BMW i3 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 1.700 Kilo sieht dann so aus: 1.800 kg / 200 kg * 5,625 € = 50,63 €. Damit fallen für dieses Fahrzeug 50,63 € an Kfz-Steuer pro Jahr an.
Wartungs- und Reparaturkosten für E-Autos.
Schauen wir unter die Motorhaube von E-Auto und Verbrenner, wird der Unterschied schnell klar: Während in Verbrennern 1.000 bis 1.400 Komponenten verbaut werden, besteht ein E-Auto nur aus etwa 200 Komponenten; der Elektromotor sogar aus überschaubaren 17 Bauteilen. Je weniger Bauteile und je einfacher sie konzipiert sind, desto weniger störanfällig sind sie auch. Und es entfallen kostspielige Wartungen für Zahnriemen, Kupplung, Auspuff oder Getriebe. Auch reparaturempfindliche Teile wie Zylinderköpfe sind im E-Auto schlichtweg nicht vorhanden. In puncto Wartungskosten sind das ziemlich gute Nachrichten!
Bei der Wartung deines E-Autos liegt der Fokus vor allem auf dem Akku beziehungsweise der Batterie. Typische Austauschteile sind – wie beim Verbrenner auch – Bremsen, Luftfilter oder Scheibenwischer. Laut R+V Versicherung kannst du für die Inspektion deines E-Autos mit ungefähr 100 € rechnen. Die Wartungskosten für E-Autos belaufen sich auf etwa 100-300 €, pro Wartungsintervall nach ein oder zwei Jahren. Damit ist die Inspektion laut Bundesverkehrsamt im Schnitt etwa 35 bis 40 % günstiger als bei einem Verbrenner.
Sonderfall Batterie. So hält sie länger.
Beim E-Auto ist die Batterie eines der teuersten Bauteile – und leider auch ein Verschleißteil. Denn wie bei jedem Akku lässt die Leistung mit der Zeit nach. Um seine Lebensdauer zu erhöhen, solltest du wie beim Verbrennungsmotor auf zu starke Beschleunigungen genauso verzichten wie auf lange Fahrten mit Vollgas.
Akku-Hersteller geben für ihre Batterien Laufleistungen zwischen 100.000 und 160.000 Kilometern an. Das wäre in etwa eine Lebensdauer von acht bis zehn Jahren und 500 bis 1.000 Ladezyklen. Allerdings hängt das stark von äußeren Faktoren ab. Achte darauf, dass der Akku nur selten bei Eiseskälte geladen wird und du extreme Ladestände vermeidest, denn eine neue Batterie kostet gerne um die 10.000 €, bei luxuriöseren E-Auto-Modellen auch bis zu 20.000 €.
Unterm Strich: Elektrisch fährst du günstiger.
Gerade mit der neuen Förderung 2026 von bis zu 6.000 €, ist das Fazit ist eindeutig: E-Autos punkten bei den Kosten durch die zusätzliche Steuerbefreiung von etwa 350 € bis 2035 und einer Ersparnis von rund 1.500 € für Inspektionen gegenüber Verbrennern. Erst recht, wenn du fürs Laden günstigen Autostrom oder die eigene Solaranlage nutzt. Damit fährt dein E-Auto im Betrieb viel günstiger als der klassische Benziner.
Und noch ein Pluspunkt: Da E-Auto-Fahrer:innen – allein schon, um die Reichweite ihres Autos zu erhöhen – einen moderateren Fahrstil pflegen, kannst du günstigere Versicherungstarife nutzen. Dadurch sinken die laufenden Kosten nochmals. Last but not least sparst du mit der Anschaffung eines E-Autos nicht nur an Kosten, sondern fährst klimafreundlich und schonst die Umwelt. Ganz einfach!
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